09. Juni 2014

Fisch mit Tamarindensauce und Nüssen

Sind Sie der üblichen Fischzubereitung leid? Gebratenes Fischfilet mit Zitronenscheibe, Kartöffelchen und was noch, Dillsauce vielleicht? Dann versuchen Sie doch mal etwas anderes: Im Ofen gebratenen Fisch mit Tamarindensauce und Nüssen.

Tamarinde: Das ist dem arabischen Namen Tamr hindi entliehen und bedeutet so viel wie "indische Dattel". Was etwas merkwürdig ist, da die Tamarinde ursprünglich doch aus Afrika kommt. Auf jeden Fall wird sie sehr oft in der indischen Küche verwendet vor allem in Südindien – Kerala, Goa, Tamil Nadu – und in Sri Lanka. So oft vermutlich, dass der dortige Fishcurry in einer Tamarindensauce mit unserem Backfisch mit Bratkartoffeln zu vergleichen wäre.

Das Rezept nimmt aber doch eine etwas unerwartete Wende, und zwar nach ägyptischer Art. Durch die Beigabe von Nüssen. So ist Samak tarator eine nahöstliche Fischspezialität, die mit einer Sauce aus Pinienkernen serviert wird, und beim Samak bi Tahina wiederum handelt es sich um einen in einer Sesampaste (Tahini) gebackenen Fisch.

Die Nüsse fügen der süß-säuerlichen Tamarinde eine extra Dimension hinzu, eine abgerundete, körnig-knackige Note.

Zutaten

Fisch mit Tamarindensauce und Nüssen (für vier Personen)

1 ½ TL braune Senfsaat, geröstet und gemahlen
2 TL Salz
1 TL Gelbwurz
Saft 1 Zitrone
800 – 1000 g festen weißen Fisch, gesäubert und in vier Stücke geschnitten
Öl, Ghee oder Kokosöl
1 – 2 Zwiebeln (je nach Größe), in Scheiben geschnitten
2 – 4 Knoblauchzehen (je nach dem Tag danach), gehackt
2 oder mehr Chilis (je nach Schärferesistenz), Samen herausgenommen und gehackt
1 Stück Ingwer (2 – 3 cm), geschält und gerieben
1 TL Kreuzkümmelsamen, geröstet und grob gemahlen
1 TL aromatischer schwarzer Pfeffer, gemahlen
2 TL hochwertigen Fischcurry Masala
200 g Kokusnussmilch aus der Dose
½ TL Jaggery (unraffinierter indischer Rohrzucker), Muscovado (Roh-Rohrzucker) oder Zuckerrohrmelasse
½ - 1 TL Tamarindenpaste (siehe Tipp unten)
Ein paar EL Sahne
2- 3 Tomaten, gewürfelt
4 – 6 EL geröstete Nüsse (Pinienkerne, Cashews, Haselnüsse, Walnüsse, Pistazien, Erdnüsse, Sesamsaat – ganz nach Belieben)
1 – 2 EL geröstete Kokos-Chips

Zubereitung

1.

Die Senfsaat in einem Topf mit Deckel anrösten: Während die Körner erhitzen, den Topf sanft hin und her schwenken. Dann – es geht alles recht schnell – hören Sie die Körner, wie sie knistern, prasseln und schließlich platzen. Sofort von der Hitze nehmen und in einen Mörser geben. (Ein Hinweis jedoch: Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, die Senfsaat ohne Deckel anzurösten. Wie Flöhe werden die Körner auf Nimmerwiedersehen weit davon springen!) Das Salz zu den gerösteten Senfkörnern in den Mörser geben und beides fein zermahlen. Die Gelbwurz und den Zitronensaft hinzufügen, alles gut vermischen und die Fischstücke von allen Seiten damit einreiben. Ungefähr ein bis zwei Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

2.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Das Öl erhitzen und die Zwiebelscheiben glasig andünsten. Dann den Knoblauch, Chili, Ingwer und die Gewürze hinzufügen und für ca. weitere 10 Minuten auf niedriger Hitze anbraten. Die Kokosmilch zu den Zwiebeln gießen, den braunen Zucker und die Tamarindenpaste hinzugeben (siehe Tipp unten) und erneut aufkochen; dann die Hitze reduzieren und einköcheln lassen.

3.

Öl in einer großen Bratpfanne erhitzen und den Fisch mit der Hautseite nach unten hineingeben. Ein, zwei Minuten anbraten, dann den Fisch vorsichtig wenden und etwa eine weitere Minute anbraten – wahrscheinlich müssen Sie dies in zwei Durchgängen braten. Mit einem breiten Pfannenwender das Fischstück auf ein mit Backpapier bedecktes Backblech legen und in den heißen Backofen schieben. Für etwa 10 - 15 Minuten backen oder bis der Fisch gar ist.

4.

Kurz vor dem Servieren die Sauce tüchtig erhitzen und im letzten Moment die Sahne sowie die Tomatenwürfel hineingeben. Ebenfalls den Fisch-Jus hinzufügen, der sich auf dem Backblech angesammelt hat – gut verrühren und abschmecken. Dann ein Fischstück auf den Teller geben, nur teilweise mit der Sauce übergießen und Nüsse sowie Kokos-Chips drüber streuen. Mit Basmatireis und einem grünen Salat auftragen, begleitet von Würfeln kalter Wassermelone.

Tip

Tamarinde hat einen fruchtig-sauren Geschmack, ein bisschen wie unreifes Steinobst, vielleicht Pflaumen. Sie können die Paste in kleinen Gläschen kaufen, was in der Anwendung völlig unkompliziert ist. Aber seien Sie vorsichtig: die schwarze Paste kann sehr sauer sein, daher fangen Sie eher bescheiden an. Sie können die Menge danach jederzeit erhöhen.

Und noch etwas: Tamarindenpaste wird Ihre Sauce braun färben, in anderen Worten kein dekoratives Highlight. Deshalb die gelblichen Fischstücke nicht in der Sauce ertränken, sondern eher den Fisch auf die Sauce legen.